HIRNWICHSE. (wir ♥ comics)

Farbenlehre: „most colored hero alive“

26. November 2009 · 1 Kommentar

Mein Lustfaktor meine Umgebung zu betrachten sinkt meistens ziemlich schnell, wenn ich mir so anschaue, wie wir unsere urbane Umwelt gestalten. Man sieht triste Gebäude, graue Straßen und am schlimmsten nur graue Menschen. Keiner scheint mehr jeglichen Sinn darin zu verspüren irgendetwas bunter zu gestalten. Da wird ein umgestoßener Farbeimer oder ein gutes Graffiti aufgesogen wie der letzte Tropfen Blut auf der Welt.  Ein Schritt vor die Haustür sollte eine Sinnesüberflutung sondergleichen nach sich ziehen. Die ganze Stadt sollte jedem sofort ins Auge springen und das Hirn müsste im zweisekunden Takt seine Farbe wechseln, um überhaupt mitzukommen. Da dies noch nicht der Fall ist, geht jeder darüber Entrüstete raus auf die Straßen und macht sie bunter, mein Freund carlo coloursupthewholewideworld hat aber mal eine Ausnahme gemacht und ist drinnen geblieben, statt sich die ganze Nacht wieder um die Ohren zu schlagen. Dabei  hat er dieses zauberhafte Comic gemalt, das den Titel „most colored hero alive“ trägt und indem ein Sprayer (sowieso die Retter der Stunde) von einem Ordungshüter verknackt werden soll. Unbedingt mal angucken und danach die Haare pink färben und ohne große gelbe Jacke nicht mehr aus dem Haus gehen. Mögen Farben mit euch sein.

-Till

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0815-Versuch der Kultreanimation

25. November 2009 · Kommentar schreiben

Ich bin von den meisten Comics immer schon ziemlich schnell begeistert, einfach, weil sie  bebildert sind, es BAM BOOM BANG macht und das schon mal jedes schnöde Buch plattwalzt. So auch beim neuen Lobo-Comic „Highway to Hell Vol.1“ von Scott Ian (Autor) und Sam Kieth (Zeichner). Eigentlich wollte ich mich gerade hinsetzen und eine zahme aber-naja-ganz-nett-ist-es-ja-schon-Dingens schreiben, aber dann habe ich mir vorgestellt, wie ich es danach in meinen Schrank zurückstelle und immer wenn ich mich daran erinnere an eine unterdurchschnittliche Lektüre, die eigentlich keine Gnade verdient, denken muss und deswegen kriegt dieses Ding jetzt auch sein Fett weg.

Passieren tut da nicht besonders viel. Ein paar tote Delfine fliegen in Lobos Wohnung und durch eine festgenagelte Notiz am Rücken von einem wird klar, dass diesmal der Satan auf Lobos Abschussliste steht, weil der hat anscheinend den armen Delfin umgebracht und irgendwas muss man machen, wenn man den ganzen Tag zu hause sitzt und säuft, da kommt so was schon mal ganz gelegen. Also geht es auf in die Hölle und dort erst mal gediegen mit dem Totenschiffer weiter ins Innere. Das Kreuzschiff wird natürlich versenkt, der Totenschiffer endet auch tot und als nächstes wird eine Bar kleingemacht. Schlußendlich landet Lobo dann in der Höllenstadt und besiegt dort Unmengen und noch mehr Untote. Super.

Für eine solche Armut hinsichtlich der Stroy gibt es kein Erbarmen. Zuletzt gesehen gestern Abend im Kino: 2012. Wirklich traurig.

Man könnte meinen, dass man durch eine solch karge Geschichtserzählung vielleicht auf andere wichtigere Punkte des Comics hinweisen will, aber die Zeichnungen sind jetzt auch nicht gerade überragend. Teilweise schon ganz schön anzusehen, aber teilweise auch traurig kindisch hingekrickelt. Ich muss schon zugeben, dass ich mir teilweise ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte, da der Charakter Lobo mit all seiner Asozialität meinen Humor trifft, aber meistens sind die Witze einfach so flach gebaut, dass auch ich nicht mehr drunter kriechen kann. Typischer Macho-Proll-Humor stößt bei mir auf Ablehnung und wenn Lobo zum 50. Mal sagt, dass er jetzt Schnaps und Frauen braucht: Was soll daran noch irgendwie gut sein, wenn es schon beim ersten Mal genervt hat? Da wird man ja nur selber scheißwütend.

So und nun lasst euch sagen: Nicht kaufen. Vielleicht wollen sich ein paar Fans für ihren headbangenden Helden opfern, aber ich würde es lieber bleiben lassen. Natürlich war ich jetzt schon sehr hart in meinem Urteil, ein paar lustige Stellen und Lichtblicke sind vorhanden, aber im Großen und Ganzen geht es auf einen Regalhüter hinaus. Ich will gar nicht wissen, was in Teil zwei passiert.

Nen paar Previewbilder?

-Till

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Kinderbuchautor gone bad.

17. November 2009 · Kommentar schreiben

Wieder einmal habe ich in der väterlichen Schatztruhe vergangener Zeiten und Werke etwas gefunden. „Tomi Ungerer’s Schwarzbuch“ ist ein Schmuckstück vollgestopft mit kritischen, aber lustigen Illustrationen und Bildern, die zum Nachdenken anregen. Nach kurzer Internetinformationsbombe directly in mein Hirn habe ich auch erkannt, dass Tomi Ungerer sehr interessant ist, deswegen und wegen seinem einzigartigen Strich ist das auf jeden Fall mal einen Blick wert.

Kritisiert wird auf obzönste Weise: Schwanzvergleichskriege, Umweltzumüllung, Militarisierung und Pseudoreligion.

-Till

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Gameboy + Lagerfeuer = Pornophonique

11. November 2009 · 1 Kommentar

pornophonique

Um hier mal wieder ein bisschen Schwung reinzubringen werde ich mal eine der grandiosesten Bands überhaupt promoten:

Da gibt es zwei Jungs, eine Gitarre und den Gameboy und die machen Musik. Klingt komisch, ist aber so. Die zwei mixen auf ihrem C64 die krassesten Gameboysounds, die ich meinem kurzen bisherigen Leben jemals gehört habe. Dazu kommt das man das Duo klar und einfach in die Kategorie des Vollblutnerdtums schieben kann und somit wird auch über die wirklich wichtigen Bereiche des Lebens getextet: Space Invaders, traurige Roboter, vom Bonus Level bis zum Game over. Pures Identifikationsmaterial. „8 bit Lagerfeuer“ nennt sich das Album und das Beste ist: Musik ist kostenlos. Zumindest bei ihnen. Einfach auf die Seite von Pornophonique schleichen und runterziehen, wie ein Stück Beute an Land. Wer sich das Album in der Hand haben will (ist im Moment ausverkauft), kriegt noch 8 Comiccover zu den verschieden Liedern von Künstlern rundherum dazu, die sind in der CD enthalten.

Da die Jungs natürlich in der Comicszene verwurzelt sind, hat Holger Hofmann auch einen Comic zum ersten Song „Sad Robot“ produziert und das Ding ist genial. Dramatisch. Witzig. Mitfühlend. Der Comic „Red Robot“ baut auf seiner Serie „Die Kolkas“ auf. Auch toll zu lesen.

Ihr seht ein riesiges Imperium aus guter Musik, Nerdwelten und Comics ergeben eine ultimative Mischung direkt vor unserer Nase.

Ein amateurgefilmter Liveauftritt darfs auch noch sein. und auch noch ein Zweiter

-Till

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Sweet Tooth is back.

4. November 2009 · 1 Kommentar

lemireDas Unglaubliche ist geschehen. Nach längerer Wartezeit informierte mich Malte, dass die bearbeiteten „Sweet Tooth“ Ausgaben von Jeff Lemire wieder zurück sind. Auch wir haben sein Angebot zur Erscheinung von Sweet Tooth #1 genutzt und Malte hat die Sammelbestellung über den Ozean geschickt. Irgendwie hat es Lemire geschafft all die Einsendungen zu verschönern und Band zwei pünktlich herauszubringen. Möge ihm seine überwältigende zeichnerische Potenz erhalten bleiben. Klasse Deal und dankschön.

-Till

→ 1 KommentarKategorien: Fanboys

Mangainvader überfluten Buchmesse

2. November 2009 · 4 Kommentare

luluEin bisschen verspätet aber dennoch muss noch eine kleine Berichterstattung meines Buchmessebesuchs kommen. Wochenlang schleppe ich jetzt schon die verstörenden Bilder von Unmengen „Cosplay“ praktizierenden Menschen in mir und komme nicht drum herum meine Erfahrung zu publizieren.

Ich, ein nichts ahnender bodenständiger Comicliebhaber vom Lande, mache mich also an einem Samstag auf den Weg in die große Stadt, um doch noch einen Blick auf die Messe die mit Begriffen wie „Faszination Comic“, „riesige Comichalle“ und „Comiccenter“ natürlich anziehend wirbt.

Schon bei der Zugfahrt zog ein als „Ruffy“ (von One Piece) verkleidetes Mädchen und ihr Freund, der sich als „Ranma“ (Ranma ½) identifizierte, meine gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Gehört hatte ich schon in ein paar Nebensätzen, dass es wohl einen neuen Trend gab, bei dem (junge) Leute ihr Verlangen nach vollkommener Synthese mit ihren Mangahelden auf ihre Kleidung und ihr Aussehen übertragen, aber mit solchen Wesen wirklich in einem Zug zu sitzen hatte eine gewisse Faszination. Im Laufe des Tages wurde das selbstverständlich noch getoppt. Eigentlich war klar, dass diese zwei nicht annähernd an das herankommen was die Spitze dieses neuen Kultes noch so präsentieren kann. Ruffy und Ranma sind zeichnerisch einfacher gestrikte Charaktere. Richtige Verkleidungstechnische Verrenkungen treten dann bei den feiner detaillierten Figuren, wie die der „Final Fantasy“ Saga, auf und so kann es passieren, dass eine mit Pelz und Ledermantel ausstaffierte und kettenbehangene „Lulu“ durch die Menge wankt, die dank ihren akribisch über das Auge gekämmten  Haaren nur noch die Hälfte der Buchmesse bewundern kann.

In der Comichalle war die Präsenz der Cosplayakteure unübertroffen. Überall gingen und standen Mangamenschen, sie bildeten Grüppchen und pöbelten, wenn ich mit einem einfachen  Supermanshirt vorbeihuschte. Den Kern der Bewegung bilden natürlich jüngere Fans, aber vereinzelt waren auch echt alte Mangaexemplare zu beobachten, die für mich einen noch skurrileren Eindruck machten. Die Buchmesse ist mit ihrer Tendenz zur Ausweitung des Comicbereiches, um auch jüngeres Publikum anzusprechen natürlich der perfekte Catwalk für jeden Freund des Cosplays, der ein bisschen Präsenz zeigen will. Zusätzlich zu der Chance sich publik zeigen zu können, lockte auch noch ein Wettbewerb für den mangaverehrenden Teil der Besucher irgendwo in der Nähe der Messe. Trotzdem sollte man nicht auf den irrtümlichen Gedanken kommen, dass diese Fanatiker sich nur zu bestimmten Anlässen verkleiden. Tatsächlich gibt es viele, die sich Tag für Tag in ihre Kluft schmeißen, um ihrem Idol näher zu kommen.

Alles in Allem sehr spannend zu beobachten. Teilweise war es ein bisschen zu billig und kitschig, so dass die Cosplays noch irgendwie ästhetisch wirken konnten, aber generell bin ich keinem Trend abgeneigt, der ein bisschen Pep in die öde träge Masse bringt und einen anregenden Effekt hat. Das kriegt diese Bewegung auf jeden Fall hin. Mal schauen wie viele das noch werden.

-Till

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Crimecollector: Noir

30. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

noirWer die Schnauze voll hat von langatmigen Epen, die gezogen werden wie Kaugummi, um die Verkaufszahlen mit aller Kraft oben zu halten, sollte es unbedingt mal mit ein paar Shortstories versuchen. Dazu liefert Dark Horse Books mit ihrem neuen Sammelband „Noir“ heißen Stoff für schnelleres Lesevergnügen.

„Noir“ beinhaltet 13 mysteriöse Geschichten über die dunkle Seite des Lebens, wobei nichts ausgelassen wird: Betrug, Rachemord, sexuelle Nötigungen, Suizide und aus Versehen mal den Falschen umgelegt. Dieser Band umfasst eine große Bandbreite jeglicher dunkler Aktivitäten und präsentiert dies in schockierend knapper und beeindruckender Form. Trotzdem muss man sich jetzt nicht abschrecken lassen von dem klar fokussierten Überthema des „dunklen“ Comics. Keine der Geschichten artet aus in gewaltdetaillierte Zeichnungen der Vergehen, der Blick des Betrachters wird seriös um die Ecke gelenkt, so dass ein bisschen Mitdenken und ein kurzes Erschließen der eigentlichen Situation von Nöten ist, um zu Erkennen was eigentlich gerade Furchtbares geschehen ist. Genau das erfreut die Herzen der mitfiebernden Krimifanatiker und ist in den meisten Shortstories sehr gut gelungen.

Erwähnenswert ist auch die Fülle der in „Noir“ vereinten Comicberühmheiten und insbesondere Zeichnern. An dieser Stelle sollte man zur Anregung Namen nennen: Brian Azzarello (100 Bullets), Gabriel Bá (Umbrella Academy), Alex De Campi (Smoke) und Jeff Lemire (Sweet Tooth) liefern ihr kriminelles Gedankengut und behängen „Noir“ mit ein paar Juwelen. So wird hier eine pikante Mischung aus verschiedensten Stilen und Menschen in schwarz-weiß präsentiert.

Meiner Meinung nach ist der Sammelband empfehlenswert und bietet eine schnelle und leichte, aber nicht oberflächliche Crimeerfahrung, die jeden Krimifan vollkommen befriedigen wird.

Auf Darkhorse Books kann man sich auch einen Einblick in das Werk gönnen.

-Till

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Fortgesetzter Heldenkampf: The Umbrella Academy Dallas

24. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

umbrella

Gute Comics werden fortgesetzt. Das haben  auch Gerard Way und Gabriel Bá auf die Reihe gekriegt und den zweiten Paperback ihrer Reihe „The Umbrella Academy: Dallas“ mit Dark Horse Books auf den Markt geschickt, nachdem der erste Teil einen Eisner Award abgesahnt hat.

Handlungsmäßig geht das ab, was in einem Superhelden-retten-den-Tag-und-die-Welt-Comic abzugehen hat. Zwei sicher todbringende Killer sind den Heroes der Academy auf den Fersen, es wird durch die Zeit gereist und am Schluss jede Menge Hirnknoten gelöst, so dass die/der Leser/in ein Gefühl des Verständnisses für die Geschichte entwickeln kann. Eine typische Fortsetzung des Epos. Historische Bezüge wie die Verhinderung des Kennedymordes peppen alles ein wenig auf.

Die Geschichte hat mich jetzt nicht unbedingt übermannt und mir Freudentränen entlockt, aber für ein kurzes Staunen und Nicken nach beim Zuklappen des Bandes hat es gereicht.

Eigentlich gibt es nicht sonderlich viel Neues zu berichten: Das erschaffende Team der „Umbrella Academy“ bleibt das Gleiche und die Beiden haben eine gute, nicht überragende, aber solide Fortführung ihrer Reihe produziert. Natürlich hat der zweite Teil nicht mehr den Entdeckercharme des Anfangs, aber die Zwei haben genug verrücktes Gedankenmaterial zusammengetrommelt, um Leserspaß zu garantieren, wenn man sich darauf einlässt.

Fazit: „Umbrella Academy“ geht wie gewohnt weiter. Die gut durchdachte Story plätschert ohne große  Wellen zu schlagen dahin, doch die interessanten Charaktere und ihre kleinen schmutzigen Geheimnisse und Beziehungen haben Spaßpotenzial. Reinschauen lohnt sich.

-Till

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Das Mysterium der Osbornfrisur

22. Oktober 2009 · 3 Kommentare

Dank Steve Ditkos komischen Strichen, welche er in den 60ern auf die Köpfe von Norman und Harry Osborns zeichnete, stellen die Haarpracht der beiden für jeden Comicleser ein Mysterium da. In den aktuellen oftmals photo-realistischen Zeichnungen nimmt diese Frisur immer skurrilere Formen an, Welche einem mit der folgenden Frage allein lassen. Kann so eine Frisur existieren?

os_hair

Der republikanische Abgeordnete John Oxford gibt uns die Antwort. Welch grandiose Wahlkampfaktionen man doch mit dieser Frisur machen könnte. Bleibt nur die Frage, ob Comicgeeks eine wahlentscheidende Minderheit in seinem Bundesstaat Georgia sind =)

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Normon Osborn – The Hair Apparent

-Malte

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Endzeitjuwel: Ball Peen Hammer

13. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

ball peen hammer

Heute habe ich ein wahres Juwel vorzustellen. „Ball Peen Hammer“ publiziert bei First Second Books ist der Einstieg von Adam Rapp, einem Autor und Geschichte(n)schreiber, in unsere famose Szene der bebilderten Kunst. Vorab kann ich sagen, dass ihm sein Debüt mehr als gelungen ist. Zeichnerisch umgesetzt hat George O’Connor Rapps Ideen.

Dieses kleine Kunstwerk spielt in Endzeit ähnlicher Atmosphäre. Menschen  sind geplagt von Seuchen, Hungersnöten und Kriegen, doch nichts davon wird offen gelegt. Das Elend lässt sich nur durch Andeutungen und kleine Hinweise erahnen. Die Handlung ist in zwei Stränge aufgeteilt. Man erlebt das Geschehen in einem als Unterschlupf dienenden Keller, in dem ein einsamer Musiker und ein Neuankömmling sich kennen lernen und langsam wird klar, dass sie nur dort verweilen dürfen, weil sie Teil einer mysteriösen Organisation sind, die blutige Geschäfte mit Kindern abwickelt. Andererseits verfolgt der Leser die Suche einer jungen Schauspielerin nach einem Mann, den sie im Untergrund getroffen hat und ihr Zusammentreffen mit einem den Umständen angepassten  Gaunerjungen, den sie beim Versuch der Selbstbefriedigung mit einer von ihr geklauten Melone erwischt.

Die Story ist erschütternd, durchdringt Mark und Bein und lässt so manchen Hoffnungsschimmer sterben, aber gerade deswegen wirkt sie so fesselnd. Das apokalyptische Feeling wird durch Erzählungen der Charaktere aufgebaut und fortschreitend wird der Schrecken der Außenwelt verdeutlicht. Doch ungeachtet der trostlosen Situation der Menschheit lassen die zwischenmenschlichen  Beziehungen und die Dialoge das Herz aufgehen. Zum Ende bleiben viele Fragen offen und man darf sich auf eine  Fortsetzung freuen.

Zu all dem Segen kommt die tolle grafische Umsetzung O’Connors. Seine filigranen Zeichnungen fangen sowohl die düstere Atmosphäre, als auch sonnigere Moment ein. Durch die vereinheitlichte klar strukturierte Form der Panelaufteilung  tritt die individuelle Gestaltung jeder Seite in den Hintergrund und man kann sich voll und ganz auf die Geschichte und den Inhalt konzentrieren.

Eigentlich gibt es da nicht mehr viel zu sagen außer: Kaufen, Lesen, kurze Schweigeminute beim Anblick eines solchen Wunderwerkes und Ende.

-Till

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